Mein Widerspruch (September 2009)

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ELCHfuzzi

Mein Widerspruch (September 2009)

Beitrag von ELCHfuzzi » 24 Sep 2009, 17:11

Hier meine Vorlage von dem Widerspruch, der auch zur vorzeitigen Bewilligung (nach 3 Jahren) geführt haben:

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Sehr geehrter Herr xxxx !

ich erhebe Widerspruch gegen Ihren ablehnenden Bescheid vom 27.08.2009 bezüglich der beantragten stationären Mutter-Kind-Kur, da diese Ablehnung für mich absolut nicht nachvollziehbar ist.

Sie schreiben in der Ablehnung, dass nach Auswertung des Gutachtens des MDK (um diese Zusendung hatte ich Sie telefonisch gebeten, aber leider nicht erhalten) eine Mutter-Kind-Kur nicht empfohlen werden kann

Die Hauterkrankung meines Sohnes müsste erst einmal abgeheilt sein. Mir ist schon klar, das die Hauterkrankung erst soweit abgeheilt sein muss und ich im jetztigem Krankheitszustand meines Kindes noch keine Kur antreten kann. Zudem sind kurzfristig sowieso keine Termine frei und bis dahin vergehen ja auch noch einige Wochen, wo die Erkrankung abheilen kann und laut Hautarzt Dr. xxxx verläuft der Heilungsprozess sehr positiv.

Zum Anderen schreiben Sie (ich zitiere aus Ihrem Schreiben), dass meine Belastung nachvollziehbar ist, aber nicht im Rahmen einer Mutter-Kind-Kur behandelbar ist, weil dort die Behandlung der Kinder im Vordergrund steht. Mir wurde bisher immer gesagt, dass in einer Mutter-Kind-Kur die Mutter im Vordergrund steht und nicht die Kinder. Und hier in diesem Antrag geht es um mich als Mutter.

Wir haben uns schon psychotherapeutische Unterstützung geholt. Dieses Psychologin (auf Empfehlung vom Chefarzt der Kinderklinik) hat in XXX ihre Praxis und da müssen wir auch für eine Fahrtstrecke 32 km fahren. Das kostet Zeit und auch Geld. Und wie Sie bestimmt wissen, sind solchen Praxen auf Monate ausgebucht und wir sind froh, dass wir noch schnelle Termine bekommen haben (was auch eindeutig an der Schwere der psychischen Belastung von uns allen liegt laut der Psychologin) und jetzt schon die Unterstützung haben und nicht erst zum späteren Zeitpunkt. Auch bedarf dieses wieder einer Organisation mit Folgen wie Kind eher aus der Schule holen und anschliessend das Nachholen der versäumten Schulstunden mit Hausaufgaben. Dieses alles kostet auch wieder viel Kraft, die mir aufgrund der ganzen Belastungen an allen Ecken und Ende fehlt.

Mein Ehemann kann mir derzeit auch nicht die nötige Unterstützung aufgrund von starker beruflicher Belastung geben, dass die ganze Last der Belastungen auf meinen Schultern lastet. Auch alle anderen Hausarbeiten wie Essen kochen, Einkaufen, Putzen usw. sowie Gartenarbeit müssen gemacht werden und dazu fehlt mit momentan einfach die Kraft. Hinzu kommen ja noch die zusätzlichen Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen, Alpträume, Darmprobleme, Bluthochdruck, tagsüber ständige Müdigkeit, Unruhe und Reizbarkeit, die mich zusätzlich stark belasten. Oftmals bin ich nicht in der Lage, meinen alltäglichen Aufgaben zu bewältigen und meinen Kindern die Unterstützung zu geben, die sie brauchen.

Und einmal im Monat gehe ich für einen Vormittag arbeiten und da darf ich wegen Krankheit nicht fehlen (ich hab dort keine Vertretung, die für mich einspringen kann). Finanziell gesehen müsste ich aber mehr arbeiten gehen, aber es mangelt an familienfreundlichen Teilzeitstellen in meinem Beruf. Laut dem Arbeitsamt bin ich für eine Teilzeitstelle überqualifiziert aufgrund meiner Fortbildungen, somit fehlt auch hier die Anerkennung, was auch nicht gerade toll ist.

Ausserdem soll ich das in meiner letzten Mutter-Kind-Kur von 2006 Erlernte hier umsetzen. In der Kur hatte ich aber ganz andere Baustellen und dafür hab ich auch viele Tipps und Infos bekommen und hab diese auch hier umgesetzt. Somit ist das in 2006 Erlernte erfolgreich umgesetzt und diese Baustellen bestehen momentan auch nicht mehr. Aber so eine schwere Erkrankung meines Sohnes mit den heftigen psychischen Belastungen kann man aber nicht im Vorfeld (2,5 Jahre im Voraus) ahnen geschweige denn planen und dann auch schon Tipps und Infos dafür bekommen, wie man so was im Alltag bewältigt und damit fertig wird. Das ist einfach nicht möglich und auch für mich nicht nachvollziehbar. Für meine Hausärztin ebenfalls auch nicht und dieses hat sie in dem beigefügten Attest auch dargelegt.

Gemäss der beigefügten Atteste halten meine Hausärztin Frau Dr. xxx, Dr. xxx (Chefarzt der Kinderklinik xy ) und auch Dr. xxx (Hautarzt) eine Mutter-Kind-Kur für dringend notwendig.

Müttergenesungskuren sind dafür vorgesehen, um eine Erkrankung zu verhüten bzw. deren Verschlimmerung zu vermeiden (§ 24 SGB V). Meine Hausärztin hat aus diesem Grund diese Kur nach § 24 SGB V beantragt.

Ich bitte Sie hier nochmals, mir diese dringend benötigte Mutter-Kind-Kur zu bewilligen, da ich hier zu Hause schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe und wegen der grossen Gesamtbelastung hier nicht zu Kräften kommen kann, um meine Aufgaben als Familienmanagerin in allen Richtungen gerecht zu werden.

Selbstverständlich bin ich gerne bereit, dem MDK in einem persönlichen Gespräch meine Situation nochmals zu schildern.

In der Hoffnung auf einen baldigen positiven Bescheid verbleibe ich

mit freundlichen Grüssen

Pareyahalu

Beitrag von Pareyahalu » 24 Sep 2009, 19:04

danke für´s Einstellen. :D

Diana-Therese
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Beitrag von Diana-Therese » 25 Sep 2009, 06:32

Wow! Einfach nur Klasse geschrieben und dargestellt!! Aber auf einer Art und Weise traurig das man sich damit auch noch belasten muss.........

Diana

hini79

Top

Beitrag von hini79 » 28 Sep 2009, 18:48

Top geschrieben! Danke für reinsetzten! Sicher sehr hilfreich wenns mal nicht klappen sollte!

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muschelsammlerin
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Beitrag von muschelsammlerin » 29 Sep 2009, 06:38

Bei diesem Widerspruch blieb ihnen ja wohl nichts anderes übrig als eine Bewilligung :D - große Klasse, Petra! Und bestimmt sehr hilfreich für so manche Frauen hier, die ungerechtfertigt eine Ablehnung erhalten haben.
Liebe Grüße von Heike

MuKiKuren: Haus Sonnenschein, Langeoog (2000 und 2004), Haus Wittdün, Langeoog (2008)

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