Kinderkur- hochbegabt, verhaltensauffällig...

kaline

Kinderkur- hochbegabt, verhaltensauffällig...

Beitrag von kaline » 17 Mai 2010, 11:57

Hallo,

ich möchte wieder mit meinem Sohn (fast 10) eine Kur beantragen.
Wir leben seit einem Jahr vom Vater getrennt, sind vor kurzem in eine neue Wohnung gezogen und wir brauchen beide eine Auszeit...

Mein Söhnchen ist seit der Schulzeit "irgendwie anders" (sagen die anderen), ob aufgrund der Spannung in der Familie oder/und wegen einer sehr hohen Intelligenz und damit verbundener - wie ich meine - anderen Wahrnehmung, ist schwer zu sagen.
Er ist sehr verschlossen, spricht nur, wenn er möchte. Und hat große Schwierigkeiten, Kontakt zu anderen (Kindern) aufzunehmen.
(ADS und Asperger o.ä. sind ausgeschlossen...!)

Da ich selbst kaum mehr Kraft habe und unter seiner Zurückgezogenheit und Antriebslosigkeit leide, dachte ich eine Kur wäre jetzt das richtige - möglichst noch vor dem Schulwechsel im Sommer.

Aber all die Kurkliniken mit Adipositas- und ADS-Programmen oder Angeboten für Entwicklungsverzögerte ist nicht so ganz das richtige...

In einer Kur vor zwei Jahren fiel er wie immer aus der Gruppe heraus, da die Kinder im Schnitt zu jung waren und er eben Kontaktprobleme hat. Die Angebote waren eher langweilig, außer dass er Kranken- und Atemgymnastik bekam.

Gibt es irgendwo Angebote, bei denen die Stärkung des Selbstwertgefühls, der Selbstwahrnehmung und Kommunikation im Vordergrund stehen? Häuser, denen die Besonderheiten und Schwierigkeiten "anders" intelligenter Kinder nicht fremd sind, und die damit gut umgehen können?

Vielleicht hat ja eine/r von euch schon einmal gute Erfahrungen in ähnlicher Situation gemacht -

Ich würde mich sehr über Informationen freuen.
kaline

Barbara77

Beitrag von Barbara77 » 17 Mai 2010, 12:10

Hallo Kaline!

Ich habe einen 6,5 jährigen Sohn der getestet hochbegabt ist. Als wir 2008 zur Mutter-Kind-Kur waren, hat er sich dort in keinster Weise auffällig verhalten, im Gegenteil, es ging ihm gut, der "Tapetenwechsel" war für ihn toll.

Als ich jetzt die vorzeitige Kur beantragt habe, haben wir uns darüber auch Gedanken gemacht, und letztlich war es auch so das der MDK auch die Hochbegabung meines Sohnes für die Kur als problematisch befand. Man ist der Meinung das es keine geeigneten Einrichtungen gibt, die in der Lage sind diese Besonderheit aufzufangen.
Meine Recherchen haben leider ein ähnliches Bild ergeben, ich habe verschiedene Kliniken (die von meiner KK belegt werden) angeschrieben, und dort waren die Antworten fast gleich... wenn das Kind unauffällig ist, kein Problem, aber spezielle Angebote, Förderung, Therapien für hochbegabte Kinder werden nicht angeboten.
Unser Sohn hat auch Asthma und Neurodermitis.. daher hätte ich ihn schon gern als Therapiekind mitgenommen, und ich denke auch das es machbar wäre. Er ist nicht sehr auffällig, in der Schule macht er Probleme wenn er sich langweilt, und er diskutiert vielleicht mehr und intensiver als andere Kinder die ich kenne. Aber ich persönlich sehe das nicht so sehr als Problem.. in unserem Fall!
Unsere vorzeitige Kur wurde aber auch im Widerspruch abgelehnt, derzeit liegen die Unterlagen bei der Fachabteilung meiner Kasse.
Wenn sie wieder abgelehnt wird, werde ich eine Reha für mich beantragen, dann wird aber der Große beim Papa zuhause bleiben.

Ich weiß leider nicht ob es unter den Rehakliniken für Kinder welche gibt, die auf hochbegabte Kinder spezialisiert sind... ich vermute aber eher nicht.

bummi123

Beitrag von bummi123 » 17 Mai 2010, 12:19

Ich habe einen 12jährigen HB mit "Anpassungsstörung" ( eigenbrödler) einige HBchens haben es schwer mit anderen umzugehen, da Sie merken das Sie "anders "sind. Meiner ist auch so einer. Wir arbeiten im Freizeitbereich sehr viel mit Ihm am Umgang mit anderen. Er reitet ist im Astroclub(1x mit kindern von 10-13, und 1x mit jugendlichen und Erwachsenen)
Wir fahren im Juni nach Sellin und ich bin gespannt, wie er sich macht.
Wir nehmen, wenn wir Zeit haben, an Treffen von Mensakids/DghK teil. Das gefällt Ihm obwohl er gerade irgendwo zwischen KInd und Jugendlicher ist.

kaline

Beitrag von kaline » 17 Mai 2010, 12:23

Hallo Barbara,

danke für deinen Beitrag!

Es muß auch nicht ganz speziell für hochbegabte Kinder sein -
es geht mir eigentlich nur darum, dass dieser "Besonderheit" nicht immer mit Ablehnung oder einem Belächeln und Nicht-Ernstgenommen-Werden begegnet wird. Eine häufige Antwort auf meine Probleme war: Hochbegabte Kinder müssen nicht unbedingt verhaltensauffällig sein... das hat andere Gründe...
Und dann wurde das immer außer Acht gelassen, obwohl doch die Aufnahme, Verarbeitung, Umsetzung oftmals eine ganz andere ist, als bei "normalen" Kindern.

Nur um das nochmal zu betonten:
Ich behaupte nicht, dass die Schwierigkeiten alleine wg. HB entstanden sind.
Aber es hilft (mir und meinem Kind), wenn man das in der Therapie/ Beratung/ Behandlung mit einbezieht.

Bei uns - bzw. bein meinem Sohn- reichte leider der Tapetenwechsel allein nicht. Es tat ihm allerdings bezgl. der Selbständigkeit sehr gut!

Barbara77

Beitrag von Barbara77 » 17 Mai 2010, 12:30

Das "belächelt werden" kenne ich leider auch sehr sehr gut...
Irgendwie steht man gern da wie eine Eislaufmutter, wenn man dann mal sagt "Mein Kind ist hochbegabt, vielleicht tickt er da einfach anders!"... die Situation hatten wir in der Klinik Norderheide damals auch, nicht mit den Erzieherinnen, im Gegenteil, die haben sich unheimliche Mühe gegeben mit ihm. Aber andere Mütter reagierten so.

Natürlich MUSS ein HB-Kind nicht verhaltensauffällig sein, aber es KANN... und das wird eben gern vergessen!
Ich würde ev. wirklich die infrage kommenden Kliniken anschreiben, die Probleme kurz anschneiden und schauen wie sie reagieren!

kaline

Beitrag von kaline » 17 Mai 2010, 12:34

>>> bummi123,

auch dir danke für den Beitrag!

Wir unternehmen hier zu Hause diesbezüglich auch schon einiges - nachhaltig hat sich aber noch nichts verändert.

Ich muss mich entscheiden, ob ich meinen Sohn nun in eine Therapiegruppe hier vor Ort schicke - eine Gruppe, in der es überwiegend hb/verhaltensauffällige Kinder gibt. Hört sich erstmal ganz gut an, aber es gibt noch einige Punkte, warum ich etwas skeptisch bin.

Das hat natürlich den Vorteil, dass das Söhnchen noch andere, ebenso "komische" Kinder kennenlernt, und sich endlich mal normal fühlen kann, und die auch noch hier wohnen.

Aber ich brauche auch dringend Unterstützung und vor allem Pause - also raus hier... und hätte das gerne verbunden...

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ditze04
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Beitrag von ditze04 » 17 Mai 2010, 12:45

Ich habe keine hochbegabten Kinder. Aber mein Bruder war/ist hochbegabt. Er hatte immer Schwierigkeiten mit Mitschülern, Lehrern, anderen Kindern, Eltern, etc.
Leider kam dann noch ein schwerer Autounfall in seiner Jugend dazu, der in ganz aus der Bahn geworfen hat.
Mein Bruder ist schwerer Alkoholiker und bis heute verhaltensauffällig (er ist 53 Jahre alt). Er hat es nie geschafft eine normale Beziehung aufzubauen, oder sich in das "normale Leben" zu integrieren.
Die ganze Familie leidet darunter.
Was ich damit sagen will, ist aber, dass du wenn er jetzt schon verhaltensauffällig ist, auf jeden Fall eine Therapie für ihn organisieren solltest. Damit er garnicht erst so abdriftet wie mein Bruder.
Diese Kinder brauchen psychologische Hilfe.
Wenn es in deiner Kur nicht klappt (eine Kur wäre für eine Therapie eh zu kurz) dann sieh zu, dass er eine Art Reha bekommt und das er zu Hause auch mit Therapeuten kontakt hat.
Es kann so vieles schief laufen bei diesen Kindern.
Ich wünsche euch so etwas nicht.
LG
ditze04

xulii
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Re: Kinderkur- hochbegabt, verhaltensauffällig...

Beitrag von xulii » 11 Feb 2025, 08:19


xulii
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Re: Kinderkur- hochbegabt, verhaltensauffällig...

Beitrag von xulii » 03 Apr 2025, 05:49

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xulii
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Re: Kinderkur- hochbegabt, verhaltensauffällig...

Beitrag von xulii » 04 Jul 2025, 20:51


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